Herzlich willkommen im Radiomuseum!
Wir möchten Ihnen hier einen Einblick in die umfangreiche Sammlung historischer Radio- und Fernsehgeräte von Helmut Walla geben. Am 22.06.2005 stand er Frau Gabi Vogelsberg (»Trierischer Volksfreund«) für ein Interview zur Verfügung, das Sie hier auszugsweise lesen können:
Ein Herz für Technik Der Firmengründer Helmut Walla vereint seit mehr als 50 Jahren Beruf, Hobby und Leidenschaft mit dem Sammeln »alter Schätzchen« -- Grammophone, Radio- und Fernsehgeräte.
Das »Seibt EA 437« aus dem Jahr 1928 ist sein »Lieblingsschätzchen«. Aus gutem Grund: Es ist das erste Röhrenradio. (Foto: Gabi Vogelsberg)
»Das ist das erste Röhrenradio. Davon gibt es bundesweit nur noch maximal fünf Stück.« sagt Walla stolz. Das Pionierstück mutet abenteuerlich an: Glühbirnen-ähnliche Röhren, Spiralen wie aus Bast geflochten. Kaum vorstellbar, dass dieses Gerät Musik und Nachrichten empfangen kann. Walla erklärt: »Hier diese Antenne gehört dazu.« Er greift ins Regal, unmittelbar hinter den »Seibt«, und hält eine doppelte, runde Metallscheibe hoch, die wegen der unterschiedlichen Farbschattierungen wie marmoriert aussieht. Vor etwa 20 Jahren hat er das Gerät bei einem Kunden in Adenau auf dem Speicher entdeckt. Viele seiner Exponate hat er auf dem Dachboden seiner Kunden entdeckt, weil »man beim Antennen-Aufbauen da rumgekrochen ist.« Auf Flohmärkte geht er heute nicht mehr: »Was da angeboten wird, habe ich alles zwei- bis dreifach. Es ist nichts wirklich Tolles mehr da.«
»Die Volksempfänger gab es in mehreren Varianten für arme und reiche Leute.« erklärt der Sammler und Geschäftsmann, der 1966 gemeinsam mit seinem Bruder Norbert das Unternehmen gründete. Wallas Herz schlägt für die Rundfunk- und Fernsehtechnik. Mit glänzenden Augen sagt er: »Ich bewundere die Pionierarbeit und die Qualität dieser Zeit. Die Geräte hielten gut und gerne 20 Jahre und mehr.« Alte Schellackplatten, aufbewahrt in Kartons, die wie Hutschachteln aussehen, und Ersatznadeln für Grammophone gehören auch zu seiner Sammlung.
Als »bekanntestes und beliebtestes Radio seiner Zeit« bezeichnet Walla die Philetta, ein Radiogerät von Philips in den 50er Jahren. Charakteristisch das braune Bakelit-Gehäuse und die gelbgoldene Skala.
Walla kennt viele Geschichten rund um seine Sammlung. Mit Blick auf den ersten Schwarz-Weiß-Fernseher von 1954 sagt er: »Der wurde nur der Starenkasten genannt. Wenn vorne die Bilder wegliefen, ging man ans Gerät und drehte hinten an den Knöpfen, bis das Bild wieder okay war.« Der 69-Jährige repariert noch heute viele der historischen Geräte, die Kunden ihm bringen. Immer wieder wird er gefragt, ob er das eine oder andere Schätzchen verkaufen würde. Seine Antwort: »Ich sammle weiter und verkaufe nichts.«